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Gastvorträge "Abendgäste aus der Praxis"

Unter dem Titel "Abendgäste aus der Praxis" finden an der EBS Law School regelmäßig Gastvorträge statt, die von Lehrstuhlinhabern oder Studierenden organisiert werden. Das Center for Legal Education and Professional Development bündelt diese Aktivitäten und bildet insoweit eine Kommunikationsplattform.
Die Gastvorträge, die die universitäre Ausbildung mit der juristischen Praxis verknüpfen, haben die unterschiedlichsten Themen zum Gegenstand: Teilweise befassen sie sich mit aktuellen, juristisch relevanten Themen aus Wirtschaft, Kultur und Politik. Andere Vorträge vermitteln Einblicke in die Berufswelt von Unternehmen, Kanzleien, Verbänden und politischen Institutionen. Schließlich bieten die Vorträge renommierten Persönlichkeiten aus Justiz und Wirtschaft ein Forum, über ihren beruflichen Werdegang oder Erlebnisse zu sprechen, die sie besonders bewegten. Im Anschluss an die Vorträge haben die Studierenden die Möglichkeit, mit den jeweiligen Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen: eine Gelegenheit, die im einen oder anderen Fall auch ein Schlüssel zu interessanten Praktikumsgelegenheiten sein kann.

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Erfahrungsbericht: „Recht am eigenen Bild" mit Prof. Dr. Christian Russ, Kanzlei Fuhrmann Wallenfels, 02.02.2016

Tülay Bahceci, 5. Trimester

„Recht am eigenen Bild“ war das Thema des Dienstagabends, welches viele Studenten anlockte. Gast an diesem Abend war Prof. Dr. Christian Russ, Notar, Rechtsanwalt und Lehrbeauftragter im Bereich des Urheber- und Medienrechts an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und an der Fachhochschule Wiesbaden.

Nach einer kurzen Vorstellung seines bisherigen Werdegangs leitete Prof. Dr. Russ zum Thema des Abends hin mit den Worten: „Über das Bild bildet man sich einen Eindruck“. Vor dem Hintergrund, dass die Selbstinszenierung in Zeiten von Instagram und Facebook einen neuen Stellenwert erfahren hat, bedarf es nur wenigen Klicks, um Rechtsverletzungen im Internet zu begehen. Dahingehend war das Interesse der Studierenden groß. Die Kernfrage war, inwieweit Bilder der eigenen Person in der Öffentlichkeit verbreitet oder zur Schau gestellt werden können.

Anhand aktueller Beispiele aus der Praxis wurde den Studierenden das Kunsturhebergesetz, kurz KUG, welches seit 1907 Anwendung findet, näher gebracht. So muss bei der Frage, was unter einem Bildnis zu verstehen ist, primär auf die Erkennbarkeit, also auf die Identifizierbarkeit, der Person abgestellt werden. Auch das abgestufte Schutzkonzept, welches vom BGH zur Abwägung zwischen dem Schutz der Privatsphäre und der Pressefreiheit entwickelt wurde, diente dazu, die Sachverhalte zu beleuchten. Bereits während des Vortrags stellten die Studierenden zu den Fallbeispielen Fragen, die ausführlich beantwortet wurden.

Bei einem anschließenden Get-Together bestand die Möglichkeit, mit Herrn Prof. Dr. Russ bei Wein und Brezeln ins Gespräch zu kommen. Ein interessanter und spannender Abend fand so seinen gelungenen Abschluss.

 

Erfahrungsbericht: „Ihr Arbeitsplatz: Die Welt – Der höhere Auswärtige Dienst stellt sich vor!" mit Thomas Ditt, Auswärtiges Amt, 06.10.2015

Vanessa Zellner, 13. Trimester

Nach einer kurzen Begrüßung und einleitender Worte durch Herrn Prof. Dr. Florstedt begann Herr Thomas Ditt vom Auswärtigen Amt mit seinem Vortrag. Viele Studenten waren gekommen, um mehr über die Arbeit und die Auswahlkriterien im höheren Dienst beim Auswärtigen Amt zu erfahren. Herr Ditt ist selbst Jurist und war mehrere Jahre in der Auslandsvertretung der Bundesrepublik Deutschland in Islamabad tätig. Derzeit arbeitet er für die Personalabteilung des Auswärtigen Amtes.

Um Beamter im Auswärtigen Amt werden zu können, muss man vermutlich eines der schwierigsten Auswahlverfahren überhaupt erfolgreich durchlaufen. Sobald man das Vorverfahren bewältigt hat, kommt das schriftliche Auswahlverfahren. Hierbei muss man unter anderem Sprachkenntnisse, Allgemeinwissen und Wissen in Geschichte, Politik und Wirtschaft unter Beweis stellen, wobei noch ein psychologischer Teil hinzukommt. Wenn die schriftliche Hürde überwunden ist, geht es zum mündlichen Auswahlverfahren. Dieser Teil besteht unter anderem aus Einzelgesprächen, Kurzplädoyers, einer Gruppenübung und einem Rollenspiel. Von den etwa 2000 Bewerbern schaffen es am Ende nur etwa 40 in die Akademie in Berlin. Während des einjährigen Ausbildungsjahres dürfen sich die angehenden Mitarbeiter „Beamte auf Widerruf“ nennen.

Doch vermutlich ist dieser Beruf auch nicht für jeden das Richtige. Denn gute Noten, ein großes Wissen und ein ausgeprägtes Interesse am Zeitgeschehen genügen nicht. Vielmehr muss ein Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes ein hohes Maß an Flexibilität und Neugierde an fremden Kulturen mitbringen. Im Auswärtigen Amt gilt das Rotationsprinzip und das Generalistenprinzip, wonach die Beamten alle drei bis fünf Jahre in ein anderes Land umziehen und einen anderen Aufgabenbereich zugewiesen bekommen können. Dies zusammen macht den Beruf einerseits sehr spannend, abwechslungsreich und außergewöhnlich. Andererseits sind damit auch große Herausforderungen verbunden, zum Beispiel den Kontakt zu Familie und Freunden aufrecht zu erhalten und die beruflichen Interessen des Partners zu berücksichtigen.

Dem einstündigen Vortrag folgte eine angeregte Fragerunde, welche sich beim anschließenden Buffet fortsetzte. Ein aufschlussreicher Abend fand damit seinen gelungen Ausklang.

 

Erfahrungsbericht: „Der Gerichtshof der Europäischen Union im Dialog der Richter in Europa“ mit Prof. Dr. Dr. h.c. Thomas von Danwitz, 22.06.2015

Jacob Ulrich, 12. Trimester

Einen ganz besonderen Abendgast aus der Praxis konnten wir Studenten am 22.6.2015 montagabends in der EBS Law School begrüßen. Prof. Dr. Thomas von Danwitz, der deutsche Richter am EuGH hielt einen Vortrag über „den Gerichtshof der Europäischen Union im Dialog der Richter in Europa“. Ein wichtiges Thema und ein wichtiger Gast, kein Wunder also, dass der Vortragsraum so gut besucht war, dass auch Fensterbänke schnell noch zu Sitzmöglichkeiten umfunktioniert wurden.

Prof. von Danwitz gehört dem EuGH seit 2006 an, zwischen Oktober 2008 und Oktober 2009 war er Präsident der 8. Kammer am EuGH, besetzt mit drei Richtern und seit 2012 leitet er als Präsident die 5. Kammer, die mit fünf Richtern besetzt ist. Nach einigen Vorbemerkungen zur Aufgabenverteilung innerhalb des EuGH und seiner Arbeitsweise führte Prof. von Danwitz in die Thematik seines Vortrags ein.

Gerade die Urteile des EuGH, so Prof. von Danwitz, seien „Kristallisationspunkte des europäischen Integrationsprozesses“, welche auch die Tragweite der Vergemeinschaftung deutlich zeigten. Dies führe dann oft zu Kritik an den Urteilen des EuGH, vor allem von nationalen Richtern, denen die Entscheidungen der Luxemburger Richter teilweise zu weit gingen, und im Anschluss an solche für „ein Rauschen im Blätterwald“ sorgten. Dabei wollte der Richter den EuGH nicht als „Motor“ des Integrationsprozesses verstanden wissen. Der EuGH sei „kein Spielplatz für einheitlichkeitsverliebte Juristen“, sondern müsse Klarheit in die Auslegung des Europarechts bringen. Dies sei umso schwieriger, da jede Sprachfassung eines europäischen Rechtssatzes gleich verbindlich ist. Trotz guter Arbeit des Übersetzungsdienstes, komme es aber immer wieder zu sprachlichen Unterschieden in den Sprachfassungen, sodass eine Auslegung nach dem Wortlaut auch die schwächste Auslegungsmethode im Europarecht sei. Letztendlich sei es aber Aufgabe des EuGH nach Sinn und Zweck des Rechtssatzes zu entscheiden, was Inhalt des Rechtssatzes sein soll. Dabei könne es zu Meinungsverschiedenheiten mit den nationalen Kollegen kommen. Es sei natürlich, so Prof. von Danwitz, dass ein polnischer Jurist einen Rechtssatz anders lese und verstehe als ein dies ein französischer oder italienischer Jurist tun würde.

Dennoch sei das Verhältnis zu den nationalen Gerichten ein gutes. Dies mache sich vor allem an den Vorabentscheidungsersuchen der nationalen Gerichte bemerkbar, wobei die meisten davon im letzten Jahr aus von deutschen Gerichten kamen. Nicht nur die obersten Gerichte, sondern auch immer mehr Instanzgerichte würden sich in den letzten Jahren mit Fragen der Vereinbarkeit von Vorschriften des nationalen Rechts mit dem Europarecht an den EuGH wenden. Alles in allem resümiert Prof. von Danwitz damit ein gutes Kooperationsverhältnis der Richter in Europa.

Nach anderthalb Stunden Vortrag und anschließender Fragerunde endete ein interessanter Abend, der einen Einblick in das Selbstverständnis und die Gedankenwelt, aber auch in die Herausforderungen eines Richters am höchsten europäischen Gericht ermöglichte. Das Europarecht wird auch insbesondere für Studenten immer wichtiger, sieht man sich die Anzahl der Richtlinien, und Verordnungen, aber gerade auch der relevanten Entscheidungen des EuGH an, die in der Ausbildungsliteratur besprochen werden. Diese werden verständlicher, wenn man sich auf die Sichtweise der Luxemburger Richter einlässt. Hierzu hat der Abend einen guten Beitrag geleistet. Außerdem bekommt man nicht jeden Montagabend einen Richter des EuGH zu sehen.

 

Erfahrungsbericht: „Difficult but critical contribution to justice: war crimes prosecutions before German courts” mit Frau Géraldine Mattioli-Zeltner, Advocacy-Direktorin der Abteilung Internationale Justiz von Human Rights Watch, 21.05.2015

Vanessa Zellner, 12. Trimester

Anlässlich dieser vielversprechenden Thematik füllte sich der Saal Sydney an diesem Abend sehr schnell mit Studenten der EBS Law School, der Business School, aber auch mit wissenschaftlichen Mitarbeitern, Bürgern aus Wiesbaden und verschiedenen anderen Gästen. Herr Prof. Georg Steinberg begrüßte an diesem Abend als Gastrednerin Frau Géraldine Mattioli-Zeltner, die Leiterin der Abteilung für Internationale Justiz von Human Rights Watch. Die international tätige, nichtstaatliche Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch unabhängige Untersuchungen und Öffentlichkeitsarbeit für die Einhaltung von Menschenrechten einzutreten. Dabei trägt Human Rights Watch zur Durchsetzung von gerichtlichen Verhandlungen wegen Menschenrechtsverletzungen in verschiedenen Ländern bei und steht diesen bei der Umsetzung zur Seite.

Nach einem einführenden zehnminütigen Video begann Frau Géraldine Mattioli-Zeltner mit ihrem englischsprachigen Vortrag, mit dem sie ihre Zuhörer schnell in ihren Bann zog. In sehr eindringlichen Worten schilderte Frau Géraldine Mattioli-Zeltner ihr Anliegen: Den Opfern von Menschenrechtsverletzungen soll zu Gerechtigkeit verholfen werden, denn oft ist dies das einzige, was ihnen noch bleibt. Selbst wenn der Gerechtigkeit erst Jahrzehnte später Genüge getan wird, so soll dennoch demonstriert werden, dass das Vergangene nicht in Vergessenheit geraten ist. Auch für die heutigen Machthaber auf der Welt, die Menschenrechtsverletzungen begehen oder geschehen lassen, soll ein Zeichen gesetzt werden, dass auch sie für ihr Handeln irgendwann zur Rechenschaft gezogen werden könnten.

Menschenrechtsverletzungen geschehen zu allen Zeiten überall auf der Welt und dies nicht nur durchgeführt von staatlichen Organen, sondern etwa auch durch Rebellentruppen. Doch nicht immer ist es möglich, die Verantwortlichen im jeweiligen Staat zur Verantwortung zu ziehen. So gibt es etwa viele afrikanische Staaten, in denen es an einem unabhängigen, funktionierenden Justizapparat fehlt. Daher ist es umso wichtiger, dass Länder wie Deutschland nicht die Augen vor den Verbrechen verschließen. Seit dem Inkrafttreten des Völkerstrafgesetzbuches im Jahre 2002 ist die Verfolgung solcher Straftaten in Deutschland möglich.

So finden zurzeit in Deutschland Strafprozesse statt, die sich gegen Verbrechen richten, welche in afrikanischen Staaten begangen wurden. Beispielsweise stehen vor dem Oberlandesgericht Stuttgart zwei Angeklagte, die die ruandische Rebellenorganisation FDLR über E-Mail, Video und SMS gesteuert haben sollen, während diese Massaker, Vergewaltigungen und Plünderungen in ostkongolesischen Dörfern durchgeführt haben. Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt findet ein Prozess statt gegen einen ehemaligen ruandischen Bürgermeister, welcher für das sogenannte Kirchenmassaker von Kiziguro 1994 verantwortlich sein soll.

Diesem spannenden und ergreifenden Vortrag folgte eine 45-minütige Fragerunde. Im Anschluss daran gab es ein Buffet. Es war eine Abendgästeveranstaltung, die die Zuhörer nachdenklich stimmte und die sie sicherlich nicht so schnell vergessen werden.

 

Erfahrungsbericht: "Zur Perspektive eines Unternehmensstrafrechts in Deutschland" mit Herrn Thomas Kutschaty, Justizminister des Landes Nordrhein-Westfalen, 22.01.2015

Vanessa Zellner, 11. Trimester

„Zur Perspektive eines Unternehmensstrafrechts in Deutschland" lautete diesmal das Thema in der Reihe „Abendgäste aus der Praxis". Der Gast des Abends war Thomas Kutschaty, welcher seit 2010 der Landesjustizminister von Nordrhein-Westfalen ist. Zuvor war er dreizehn Jahre als Rechtsanwalt tätig.

Seit über 40 Jahren gibt es Überlegungen, ein Unternehmensstrafrecht in Deutschland einzuführen. Justizminister Kutschaty ließ in seiner Rede klar erkennen, dass ihm die Einführung ein besonderes Anliegen ist. In Deutschland gibt es immer wieder Unternehmen, die Opfer von Wirtschaftskriminalität werden, beispielsweise durch den Diebstahl von Daten, Korruption oder Bestechung bei der Auftragsvergabe. Herr Kutschaty möchte diese Kriminalität härter bestraft sehen und die „ehrlichen" Unternehmen besser schützen. In Deutschland gibt es bisher nur Sanktionsmöglichkeiten im Ordnungswidrigkeitenrecht. Das deutsche Strafrecht sieht nur die Bestrafung natürlicher Personen vor. Ein Unternehmensstrafrecht müsste daher gerade die Bestrafung einer juristischen Person ermöglichen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Gesetzesantrag „Entwurf eines Gesetzes zur Einführung der strafrechtlichen Verantwortlichkeit von Unternehmen und sonstigen Verbänden" erarbeitet, der sich mit den möglichen Straftaten, Sanktionen und strafprozessualen Vorschriften auseinandersetzt. Dieses eigenständige Gesetz sieht die Bestrafung der juristischen Person selbst vor, wobei ihr das Handeln ihrer natürlichen Personen zugerechnet werden soll. Die Kritiker sehen ein solches Gesetz für verfassungswidrig an.

Doch die eigentliche Frage hinter der Diskussion lautet: Macht es Sinn, das ganze Unternehmen zu bestrafen, wenn doch nur einzelne Personen des Unternehmens gehandelt haben und diese bereits bestraft werden? Für den Landesjustizminister ist die Antwort eindeutig „ja". Es sei gerade das Unternehmen, welches von dem Handeln der natürlichen Personen profitiere und durch seine Unternehmensstruktur dies gerade fördere bzw. zulasse. Zudem gebe es bereits andere europäische Länder, die eine Art Unternehmensstrafrecht hätten. Herr Kutschaty möchte seinen Gesetzesentwurf über eine Bundesratsinitiative in das Gesetzgebungsverfahren des Bundes einbringen. Er hofft, sein Gesetz mit 22 Paragraphen in absehbarer Zeit als in Kraft getretenes Bundesgesetz zu sehen. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD auf Bundesebene sieht zumindest die Prüfung der Einführung eines Unternehmensstrafrechts vor.

Der einstündigen Rede des Ministers, welcher die Studenten aufmerksam lauschten, folgte eine Debatte, die sich beim gemeinsamen get-together fortsetzte. So fand abermals ein sehr spannender Abend seinen wohlverdienten Ausklang.

 

Erfahrungsbericht: "Joint Venture in der Praxis – Eine Fallstudie" mit Herrn Carsten Flaßhoff und Frau Dr. Christiane Mühe, Kanzlei Mayer Brown LLP, 25.11.2014

Vanessa Zellner, 10. Trimester

„Joint Venture in der Praxis – Eine Fallstudie“ hieß das vielversprechende Thema, welches viele Studenten an diesem Dienstagabend anlockte. Zu Gast an diesem Abend waren zwei Anwälte der international tätigen Wirtschaftskanzlei Mayer Brown: Herr Carsten Flaßhoff, der als Partner im Bereich Corporate im Düsseldorfer Büro der Sozietät tätig ist, und Frau Dr. Christiane Mühe, welche als Associate im Bereich Banking and Finance in Frankfurt arbeitet.

Nach einer kurzen Vorstellung der Kanzlei und ihrer Tätigkeitsfelder, begann Herr Flaßhoff einen anschaulichen Überblick über „Joint Venture“ zu geben. Übersetzen lässt sich dieser englische Begriff mit „Gemeinschaftsunternehmen“ und bezeichnet die Zusammenarbeit zweier Unternehmen, welche ein rechtlich selbständiges gemeinsames Unternehmen gründen. Häufig bringen hierbei beide Seiten Know-how und Kapital mit ein. Anhand eines aktuellen Beispiels aus der Praxis gelang es, diese komplexe und zugleich spannende Thematik sehr anschaulich zu vermitteln.  Dabei dürfte es für die Studenten besonders interessant gewesen sein, dass für ein Arbeiten in diesem Bereich nicht nur rechtliche Kenntnisse erforderlich sind, sondern auch wirtschaftliches Denken und Wissen gebraucht werden. Und genau dieses Wissen wird den Studierenden an der EBS Law School durch ihr BWL-Studium vermittelt.

Im Anschluss an den einstündigen Vortrag gab es noch etliche Fragen seitens der Studierenden, welche die Referenten engagiert und ausführlich beantworteten. Den geselligen Ausklang des Abends bildete das get-together im Atrium mit einem kleinen Buffet. Durch diese Veranstaltung wurde die Vortragsreihe „Abendgäste aus der Praxis“ erfolgreich fortgeführt und wieder einmal hatten die Studenten die Möglichkeit, einen sehr spannenden und interessanten Abend mitzuerleben.

Erfahrungsbericht: "Die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden in der börsennotierten AG" mit Herrn Dr. Florian Drinhausen, General Counsel EMEA, Deutsche Bank AG, 14.10.2014

Filip Pfister, 11. Trimester

Im Rahmen der Vortragsreihe „Abendgäste aus der Praxis" hielt am 14. Oktober 2014 Herr Dr. Florian Drinhausen einen Vortrag über „die Rolle des Aufsichtsratsvorsitzenden in der börsennotierten AG". Der frühere Linklaters Partner wechselte als General Counsel für Deutschland und Mittel- und Osteuropa zur Deutschen Bank. Dieser Wechsel wurde von der „Juve" als hochkarätiger Zugang für die Deutsche Bank tituliert.

Bei einem vollen Publikum begann Herr Dr. Drinhausen zunächst mit der obligatorischen Einführung. Die drei gesetzlich vorgesehenen Organe, über die die Aktiengesellschaft verfügt (Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung), wurden näher dargestellt sowie die zentralen Aufgaben des Aufsichtsrates erläutert.

Der Hauptteil des Vortrages belief sich auf die Überwachung des Vorstands und den Aufgaben des Aufsichtsratsvorsitzenden. Hier hat Herr Dr. Florian Drinhausen den aufmerksam lauschenden Studenten und Professoren gezeigt, dass sich der Aufsichtsrat gesteigerten Anforderungen gegenübersieht. Insbesondere wurde auf die damit einhergehende zunehmende Bedeutung und Arbeitsbelastung des Aufsichtsratsvorsitzenden aufmerksam gemacht.

Am Ende des Vortrages konnten die Studierenden wieder Fragen stellen. Im Anschluss daran fand das get-together in lockerer Atmosphäre statt. Im Rahmen der Vortragsreihe „Abendgäste aus der Praxis" war auch dieser Abend ein voller Erfolg.

 

Erfahrungsbericht: "Hauptversammlung - Sicht eines HV-Praktikers/HV-Dienstleisters" mit Herrn Bernhard Orlik, Vorstand der Haubrok AG, 8.10.2014

Katharina Rinaman, 4. Trimester

Der Dienstagabend stand wieder einmal ganz im Zeichen der EBS Law School  Vortragsreihe „Abendgäste aus der Praxis“. Thema der Abendveranstaltung war die "Hauptversammlung - aus Sicht eines HV-Praktikers/ HV-Dienstleisters". Geladener Redner war Herr Bernhard Orlik, seines Zeichens Vorstand der Haubrok AG.

Herr Orlik war ein außerordentlich interessanter Redner, der den anwesenden Studierenden einen detaillierten Überblick über das Arbeitsfeld eines HV-Dienstleisters gab. Er zeigte zunächst auf, wie eine Hauptversammlung strukturiert ist und wie sich Dienstleister und Dienstnutzer ergänzen müssen, um eine erfolgreiche Hauptversammlung zu veranstalten.

Herr Orlik konnte besonders mit seinen geschilderten Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Hauptversammlungen in den unterschiedlichsten Größenordnungen (von Parteitagen bis hin zur HV eines Dax30-Unternehmens) bei dem interessierten Publikum punkten.

Zum Abschluss der Veranstaltung beantwortete Herr Orlik mit großem Engagement die einzelnen Fragen der interessierten Studierten und wurde anschließend unter Beifall verabschiedet.

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass der spannende Vortrag von Herrn Orlik perfekt in den Rahmen der Abendveranstaltung passte und sich ein Besuch der Veranstaltungsreihe wieder einmal gelohnt hat.

Erfahrungsbericht: "Zulassung von Großvorhaben durch Planfeststellung" mit Prof. Dr. Rüdiger Rubel, Vors. Richter am BVerwG, 13.3.2014

Jacob Ulrich, 8. Trimester

Eine Viertelstunde vorher; normalerweise eine gute Zeit um zu einem Gastvortrag zu gehen. Man bekommt noch einen guten Platz und kann sich schon mal mit den Kommilitonen unterhalten, die noch früher da waren als man selbst. Jedenfalls mit den Kommilitonen unterhalten konnte man sich auch am letzten Donnerstag - mit vielen. Der größte Hörsaal der EBS Law School war gegen 18.15 bereits bis in die letzten Reihen gefüllt. Ein großes Ereignis warf seine Schatten voraus: einen Bundesrichter trifft man nicht allzu oft im Hörsaal.

Der vorsitzende Richter am Bundesverwaltungsgericht Prof. Dr. Rüdiger Rubel wurde von Prof. Dr. Markus Ogorek angekündigt und vorgestellt. Rubel leitet am Bundesverwaltungsgericht den 4.Senat, der für öffentliches Bau- und Bodenrecht, das Raumordnungsrecht, das Fachplanungsrecht sowie das Recht der Anlegung und des Betriebes von Flugplätzen zuständig ist. Diesem Themengebiet war dann auch der Vortrag von Prof. Dr. Rubel zuzuordnen: Zulassung von Großvorhaben durch Planfeststellung.

Ein auf den ersten Blick eher „sprödes" Thema, wie es Rubel zu Beginn seines Vortrages zu gab. Umso mehr freue er sich über das zahlreiche Erscheinen der Studierenden. Ganz und gar nicht spröde führte Rubel in das Planfeststellungsverfahren ein, streifte dabei andere Teile des allgemeinen Verwaltungsrechts ebenso, wie Umweltrechtliche Fragestellungen und stellte europarechtliche Einflüsse auf die neuere deutsche Rechtsentwicklung dar. Immer wieder wusste Rubel dabei mit anschaulichen Beispielen aus seiner richterlichen Tätigkeit abstrakte Gedankengänge zu illustrieren.

Die Studierenden und anwesenden Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter der EBS Law School waren sich nach etwa einer Stunde einig: Sie hatten einen guten Vortrag gehört. Bei einem anschließenden Get-Together bestand dann noch die Möglichkeit einmal selbst mit dem Bundesrichter Rubel ins Gespräch zu kommen. Ein sehr interessanter und spannender Abend ging so gemütlich zu Ende.

Erfahrungsbericht: "Alle Macht dem Wutbürger? Überlegungen zur Bürgerbeteiligung bei der Planung von Großvorhaben", mit Prof. Dr. Jan Ziekow, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer, 6.5.2014

Vanessa Zellner, 8. Trimester

Der Abend versprach ereignisreich zu werden mit einem interessanten Thema und einem noch interessanteren Referenten. So füllte sich auch an diesem Abend der Hörsaal der EBS sehr schnell, denn schließlich wollten viele den Professor kennenzulernen, dessen Kommentare und weitere Publikationen sie bereits in Hausarbeiten zitiert haben. So ließ es sich auch der Dekan der EBS Law School, Herr Prof. Dr. Dr. Freiherr von Hoyningen-Huene, nicht nehmen, an diesem Abend anwesend zu sein. Die Studenten nutzen die verbliebene Zeit, um sich zu unterhalten. Es wurde sofort still im Hörsaal, als Herr Prof. Dr. Markus Ogorek kam und den Redner des Abends vorstellte: Herrn Prof. Dr. Jan Ziekow, Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht an der juristischen Fakultät der Universität Speyer.

Herr Prof. Dr. Ziekow referierte über die Macht des Wutbürgers in der heutigen Zeit und deren rechtliche Stellung, ein sehr aktuelles und nicht nur in den Medien diskutiertes Thema. Bei der Einführung in das Thema wurde sehr schnell klar, dass es sich um eine sehr komplizierte Fragestellung handelt und Bürger nicht gleich Bürger ist. Als Mediator bei der Tiefe Geothermie Vorderpfalz konnte Herr Prof. Dr. Ziekow dabei auf eigene praktische Erfahrungen zurückgreifen und stellte sehr anschaulich dar, wie ein Mediationsverfahren abläuft und wie verschiedene Interessen zueinander finden. Dem Redner gelang es dabei, ein sehr komplexes Thema, interessant und amüsant zu vermitteln.

Die anschließende Fragerunde zeigte dann auch das rege Interesse der Studierenden an dem Vortrag. Der Abend klang mit einem kleinen Buffet aus, wobei die Studenten noch einmal die Möglichkeit hatten, sich mit Herrn Prof. Dr. Ziekow zu unterhalten oder sich in kleinen Gruppen über den Vortrag und die Problematik des Themas weiter auszutauschen. Damit fand ein sehr interessanter und spannender Abend seinen gelungenen Abschluss.